Die Energiewende ist in vollem Gange. Deutschland strebt den kompletten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 an. Fossile Brennstoffe sollen künftig geschont und der Treibhauseffekt verringert werden, indem die Strom- und Wärmeversorgung der Bundesrepublik durch erneuerbare Energien erfolgt. Solarparks und Windkraftanlagen entstehen, die das Stromnetz speisen. Und in den Kellern von Hauseigentümern werden immer öfter Pelletheizungen oder Biogas-Heizungsanlagen eingebaut, um auch Wärmeenergie effizient und dezentral zu erzeugen. Und genau diese Nutzung regenerativer Energien im privaten Bereich will die Landesregierung verstärkt durchsetzen.

Liebe Leser, am 1. Juli 2015 trat das novellierte EWärmeG in Kraft. Bevor Sie jetzt verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – weil weitere Vorschriften auf Sie zukommen – sollten Sie diesen Artikel lesen. Ich habe für Sie die wichtigsten Punkte dieses erneuerten Gesetzes zusammengefasst, um Ihnen den Einstieg in das Thema zu erleichtern.

Bei Nichtbeachtung des Gesetzes drohen Bußgelder

Eines gleich zu Beginn: Wer die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt, muss Strafe zahlen. Grundsätzlich sind dabei alle Eigentümer betroffen, deren Objekte vor dem 1. Januar 2009 errichtet wurden und deren Wohn- bzw. Nettogrundfläche mehr als 50 m2 beträgt. Bisher machte dieses Gesetz es zur Auflage, bei bereits bestehenden Gebäuden zehn Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dieser Prozentsatz wurde nun auf 15 Prozent erhöht. Neubauten unterliegen dabei dem Bundesgesetz – der 1. Januar 2009 gilt als Stichtag.

Jetzt sind auch ohnerezeptpotenzmittel.com Firmen- und Bürogebäude betroffen

Doch nicht nur die Anhebung dieses Prozentanteils ist neu. Auch Gebäudeeigentümer von Nichtwohngebäuden müssen sich ab sofort an dieses Gesetz halten. Das Gesetz formuliert eine sogenannte Nutzungspflicht für erneuerbare Energien. Beim nächsten Wärmepumpen-Wechsel oder allgemein bei der Sanierung Ihrer Heizungsanlage müssen Sie die Auflagen dieses Gesetzes beachten. Die Installation von Solarthermie- oder Wärmerückgewinnungsanlagen, Holzpelletheizungen, Abwärmenutzung oder die Beimischung von Bioöl bzw. Biogas zum bisher verwendeten fossilen Brennstoff erfüllen beispielsweise das erneuerte EWärmeG. Weiterhin können Sie diese 15 Prozent auch durch verschiedene Teilschritte erreichen.

Sie müssen nicht gleich die komplette Heizungsanlage austauschen

Sie haben die Möglichkeit anstelle eines kompletten Neubaus Ihrer Heizungsanlage verschiedene Ersatzmaßnahmen zu treffen – beispielsweise können Sie eine Dämmung der Kellerdecke vornehmen. Auch ein Sanierungsfahrplan, erstellt durch einen Energie-Berater, bringt Ihnen einige Prozentpunkte. Ausnahmen bestätigen auch beim EWärmeG die Regel: Wenn aus technischen oder baulichen Gründen (z.B. Denkmalschutz) die Maßnahmen nicht umsetzbar sind, entfällt die Pflicht. Dasselbe gilt, wenn durch die Umsetzung der Maßnahmen unzumutbare Zustände bzw. Belastungen entstehen. Die Überprüfung der Maßnahmen erfolgt durch die örtlichen Baurechtsbehörden bzw. Sachverständige wie Wärmenetzbetreiber. Sie haben 18 Monate nach Inbetriebnahme Zeit, den Nachweis über die Erfüllung der 15 Prozent vorzulegen.

Sie sehen, es handelt sich um ein komplexes Thema. Sollten Sie noch Fragen haben, dürfen Sie sich gerne an mich wenden.

Ihr Karl-Hans Petersen-Fritz