„Welche Heizungsanlage ist die beste?”

Liebe Leser!

Oft kommen Menschen zu mir und fragen mich: „Welche Heizungsanlage ist die beste?” Eine einfache Frage – und meine Antwort ist genauso simpel: Keine! Denn: Viele Wege führen nach Rom. Der kürzeste und schnellste Weg ist dabei aber nicht immer der beste. Es kommt darauf an, den sinnvollsten zu finden. Und da kann ich Ihnen ein paar Tipps geben.

Wenn es um eine neue Heizungsanlage geht, legen die meisten Hauseigentümer großen Wert auf einen günstigen Anschaffungspreis und niedrige Brennstoffkosten. Viel wichtiger ist jedoch: Welche Möglichkeiten erlauben die örtlichen Gegebenheiten überhaupt? Egal, ob Neubau oder Modernisierung: Wenn Sie sich eine neue Heizanlage anschaffen wollen, lohnt es sich also, vorab über Folgendes nachzudenken:

  1. Welche Primärenergie steht zur Verfügung:
    – Gibt es Erdgas?
    – Kann Öl gelagert werden? (Gewässerschutz)
    – Gibt es einen trockenen Lagerplatz für Pellet oder Hackschnitzel?
  2. Gibt es vor Ort eine besonders günstige Energieform:
    – Abwärme von Maschinen?
    – Preisgünstiger Industriestrom?
    – Überschüssiger Strom aus PV?
    – Hackschnitzel aus dem eigenen Wald?
  3. Ist die alte Heizungsanlage eine Hochtemperatur- (z.B. Heizkörper) oder eine Niedertemperaturanlage (z.B. Fußbodenheizung)?

Und noch ein Hinweis: Seit Juli 2015 gibt es in Baden-Württemberg das E-Wärme-Gesetz. Es schreibt vor, dass bei einer neuen Heizungsanlage mindestens 15% der Wärme durch erneuerbare Energien oder durch eine entsprechende Ersatzmaßnahme gedeckt werden müssen. Wie das machbar ist, lote ich gerne in einer Energieberatung mit Ihnen aus. Soviel vorab: Eine thermische Solaranlage reicht hier meistens nicht aus.

Fazit:
Um herauszufinden, welche Rahmenbedingungen bei Ihnen gegeben sind, brauchen Sie einen Fachmann. Und erst, wenn die Rahmenbedingungen klar sind, sollte es an die Auswahl der Heizungsanlage gehen. Dabei ist es durchaus möglich, dass sich eine Anlage mit hohem Anschaffungspreis langfristig als die günstigste erweist. Lassen Sie uns also gemeinsam herausfinden, welche Lösung für Sie die richtige ist.

Ihr Karl-Hans Petersen-Fritz